Aktuelles

11.04.2014

Stand der Dinge

Liebe Unterstützer,

rund 5.300 Unterschriften auf Listen, der Petition und als Unterstützer bei Facebook können wir inzwischen verzeichnen – wir danken herzlich allen, die diese Möglichkeiten schon genutzt haben, um ihren Widerstand gegen den möglichen Abriss des mittleren Brückenpfeilers zu dokumentieren.

Besonderen Dank sagen wir allen Inhabern von Geschäften und Gaststätten, die Unterschriften-Listen ausgelegt haben und bitten, dies weiter zu tun! Es gibt leider keinerlei Grund zur Entwarnung. Das Gutachten, das die beteiligten Behörden in Auftrag gegeben haben, um Alternativen zum Abriss zu untersuchen, wird frühestens im Sommer erwartet.

Vor kurzem konnten wir Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder weitere 800 Unterschriften auf Listen übergeben.  Fast zeitgleich ging im Rathaus ein Unterstützerschreiben von Ehrenringträgern der Stadt Marktheidenfeld ein, die sich ebenfalls für den unversehrten Erhalt unserer denkmalgeschützten Brücke einsetzen.

Ihnen allen und für alle Veröffentlichungen in der regionalen und überregionalen Presse  sagen wir: DANKE!

Foto: Constanze Kippenberg

Foto: Constanze Kippenberg


18.02.2014

„Hörpfade“ zu unseren alten Mainbrücke

Liebe Brücken-Freunde!

Der QR-Code führt Sie auf „Hörpfade“ zu unseren alten Mainbrücke!
Falls Sie kein Smartphone haben, folgen Sie bitte diesem Hinweis: http://vhs-marktheidenfeld.de/index.php?id=297

Bitte auch beachten: Unter „Aktuelles“ finden Sie die Zusammenfassung einer Besprechung zwischen der Stadt Marktheidenfeld, dem Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg und dem Staatlichen Bauamt zu den Planungen.

Nach wie vor hält das WSA an der Forderung fest, den mittleren Brückenpfeiler zu entfernen.

 

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(Foto: Constanze Kippenberg)

 


 

Folgende Nachricht entnehmen wir der Homepage der Stadt Marktheidenfeld www.marktheidenfeld.de

13.02.2014

Alte Mainbrücke: Behördengespräch im Rathaus macht deutlich: Eine Entscheidung um den Pfeiler steht noch aus – Sanierungsbeginn nicht vor 2017

Die zuständigen Behörden, das Staatliche Bauamt Würzburg und das Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg sowie Außenstelle Süd Würzburg, waren am Montag, 10. Februar 2014, auf Einladung der Stadt Marktheidenfeld zu einem Gespräch ins Rathaus gekommen, um den aktuellen Stand der Planungen, die Alte Mainbrücke betreffend, vorzustellen.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt machte deutlich, dass die Entfernung des mittleren Brückenpfeilers aus seiner Sicht notwendig ist, um die Sicherheit der Schifffahrt auf dem Main weiterhin zu gewährleisten. Die Lage der Brücke in einer S-Kurve stellt die Schiffer immer wieder vor Probleme, 13 Auffahrunfälle wurden an diesem „Nadelöhr“ in den vergangenen 13 Jahren registriert. Da im Zuge der Sanierung eine Verstärkung der Brückenpfeiler vorgesehen ist, um diese stoßsicherer zu machen, verengt sich die Durchfahrtsrinne dadurch noch weiter. Insbesondere die hohen Fahrgastkabinenschiffe könnten die Brücke dann nur noch bei normalem Wasserstand passieren.

Das Staatliche Bauamt Würzburg vertrat die Position, dass alle technischen Möglichkeiten geprüft werden sollen, um die denkmalgeschützte Brücke in ihrem jetzigen Erscheinungsbild erhalten zu können. Es soll nun ein Gutachten, das bei der Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe in Auftrag gegeben wurde, abgewartet werden, bevor der Sachverhalt abschließend bewertet wird. Mit einem Ergebnis rechnet man frühestens in einem halben Jahr. Der Beginn der Sanierungsmaßnahmen ist nach jetzigem Stand voraussichtlich nicht vor 2017 zu erwarten.

 


 

Aus dem Protokoll der öffentlichen Sitzung des Stadtrats Marktheidenfeld vom 5. Dezember 2013:

Sanierung der alten Mainbrücke – Beratung und Beschlussfassung

(Bei Behandlung des Tagesordnungspunktes sind Dr. Michael Fuchs und Dr. Wolfram vom Staatlichen Bauamt Würzburg anwesend.)

In der öffentlichen Sitzung des Stadtrates am 13.09.2012 wurde vom Staatlichen Bauamt die Ausführungsplanung mit dem vorgesehenen Bauablauf für die Instandsetzung und Schiffsstoßsicherung der alten Mainbrücke in Marktheidenfeld vorgestellt. Damals wurde die Planung grundsätzlich akzeptiert und auch die Kostenübernahme für die Erneuerung der Treppe am Brückenkopf sowie die Erneuerung der Straßenbeleuchtung nebst Leitungen mit einem geschätzten Kostenbeitrag von ca. 121.000 € zzgl. Verwaltungskosten zugesichert. Weiterhin wurde beschlossen, dass bei der Baudurchführung die Bauzeit auf ein unvermeidbares Maß zu verkürzen und insbesondere Beein- trächtigungen während der Laurenzi-Messe zu reduzieren sind.

Mit Schreiben vom 21.10.2013 hat das Staatliche Bauamt nun geänderte Planungsüberlegungen, die auf die Forderungen des Wasser- und Schifffahrtsamtes sowie des Wasserstraßenneubauamtes zurückzuführen sind, angekündigt.

Dr. Fuchs erläutert, dass die Anträge bzw. Planungen vom Staatlichen Bauamt zwischenzeitlich der übergeordneten Behörde vorgelegt wurden. Im Zuge des Bauwerksentwurfes sind von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Überlegungen geäußert worden, die Durchfahrtsöffnung zu erweitern und den mittleren Brückenbogen herauszunehmen, um diese Erweiterung zu ermöglichen. Das Staatliche Bauamt hält an seinem Entwurf fest. Selbstverständlich gibt es auch Überlegungen grundsätzlicher Art, was in 20 oder 30 Jahren sinnvoll sein könnte. Den Vorschlägen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung steht aller- dings der Denkmalschutz gegenüber. Die Brücke steht bekanntlich unter Denkmalschutz und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Es geht heute darum, über die Überlegungen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung zu informieren und im laufenden Abstimmungsverfahren eine gesicherte Stellungnahme der Stadt Marktheidenfeld zu erhalten. Derzeit liegt der Bauwerksentwurf beim Bund. Das Staatliche Bauamt will die bestehende Optik erhalten und wird versuchen, dies auch dem Bund gegenüber durchzusetzen.

Stadtrat Lambinus fragt, wie groß die Durchfahrtsbreite zwischen den vorhandenen Brückenbögen ist und welche Breite die Schleusenkammern aufweisen. Ist daran gedacht, auch die Schleusenkammern auf absehbare Zeit zu erweitern?

Dr. Fuchs stellt fest, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt festgestellt hat, dass die Schiffe zügig durch die Brückenbögen fahren müssen und nicht langsam steuern können. Eine Schleusenkammer dagegen kann das Schiff entsprechend behutsam und langsam ansteuern. Die lichte Weite zwischen den Brückenbögen beträgt 23 m, in den Schleusenkammern ca. 12 m.

Zweiter Bürgermeister Stamm stellt fest, dass mit dem heutigen Vortrag eine Bürgerinitiative für den Erhalt der historischen Mainbrücke gegründet wurde. Er geht davon aus, dass sich die Marktheidenfelder Bürger mit brachialer Gewalt gegen diese Pläne wehren werden.

Stadtrat Feser gibt zu bedenken, dass gerade die Vorschriften des Denkmalschutzes für viele private Bauherrn oft mit großem finanziellem Aufwand verbunden sind. Die Mainbrücke ist eine der wenigen intakten Brücken dieser Machart in Deutschland und hier sagt die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung einfach, das interessiert nicht. Vielleicht wäre es sinnvoller, die Schiffsführer öfter zu kontrollieren.

Stadtrat Müller stellt fest, dass sich mit Sicherheit kein Marktheidenfelder Bürger mit der vorgestellten Lösung anfreunden kann. Er begrüßt es, dass sich offenbar das Denkmalschutzamt hier klar positioniert. Der Stadtrat wird diesem Vorhaben keinesfalls zustimmen.

Dr. Fuchs betont, dass es sich nicht um einen Vorschlag des Staatlichen Bauamtes handelt. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung hat den Wunsch geäußert, diesen Vorschlag in die Überlegungen einfließen zu lassen. Das Bau- amt steht weiterhin zu den bereits vorgestellten Planungen und will die Brücke so wie bisher erhalten.

Stadtrat Lambinus erinnert in diesem Zusammenhang an Überlegungen der Stadt vor ca. 15 Jahren, am jenseitigen Brückenkopf eine Abbiegespur zu schaffen und dort die Fahrbahn entsprechend zu erweitern. Dies wurde seinerzeit aus Gründen des Denkmalschutzes nicht genehmigt.

Zweiter Bürgermeister Stamm geht davon aus, dass dem Wasser- und Schifffahrtsamt die Planungen seit Jahren bekannt sind. Für ihn ist unverständlich, dass erst jetzt solch abstruse Vorschläge kommen.

Dr. Fuchs stimmt dem zu. Die Planung läuft schon seit mehreren Jahren. Normalerweise geht ein Bauwerksentwurf erst dann an den Bund weiter, wenn dieser mit allen beteiligten Behörden abgestimmt ist. Neuere Erkenntnisse haben die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung dazu bewegt in einem zweiten Anlauf zu versuchen, mehr zugunsten der Schifffahrt durchzudrücken.

Stadtrat Keller betont, es ist wichtig, dass der Stadtrat heute ein klares Votum für unsere historische Mainbrücke abgibt. Dieses Votum bekommt das Staatliche Bauamt für das weitere Verfahren mit auf den Weg.

Auf Fragen erläutert Dr. Fuchs, dass die Auffassung der Stadt grundsätzlich als wichtiger Faktor in die Entscheidungsfindung mit einfließt. Auch die Meinung der Denkmalbehörde ist generell sehr gewichtig. Auf die Entscheidung und die Gewichtung der einzelnen Stellungnahmen durch den Bund hat das Staatliche Bauamt allerdings keinen direkten Einfluss.

Grundlage für die neuerliche Stellungnahme des Wasser- und Schifffahrtsamtes sind aktuell durchgeführte Durchfahrtsversuche bei denen offenbar die enge Durchfahrt zu Problemen geführt hat. Man muss dabei auch bedenken, dass die jetzt anstehende Sanierung der Mainbrücke für viele Jahre Bestand haben wird.

Stadtrat Hermann Menig gibt zu bedenken, dass die Schifffahrt schon aufgrund der Mainschleife, der Tiefe und Breite der Schleusenkammern auch künftig immer beschränkt sein wird. Wenn man schon beim Wasser- und Schifffahrtsamt derartige Überlegungen anstellt, müssten auch andere Brücken wie z. B. die alte Mainbrücke in Würzburg einbezogen werden. Ein größe- rer Schubverband kommt auch in Würzburg nicht weiter.

Nach weiterer Beratung stellt die Bürgermeisterin fest, dass die Diskussion den Vertretern des Staatlichen Bauamtes gezeigt hat, dass der Stadtrat in dieser Sache aus Denkmalschutzgründen und gestalterischen Gründen heftigen Widerstand leisten wird. Dies ist ein ganz klares Signal. Es bestanden im Übrigen auch alternative Überlegungen wie die Wiederherstellung der historischen Sandsteinbrüstung.

Beschluss:

Der vorgestellten Planänderung für die Sanierung der alten Mainbrücke stimmt die Stadt aus denkmalschutzrechtlichen und gestalterischen Gründen nicht zu, da dies die Stadtansicht in unzumutbarer Weise beeinträchtigt und selbst das Stadtwappen ad absurdum führt.

Abstimmungsergebnis: JA: 24 NEIN: 0


Offener Brief
an alle Mitstreiter für den Erhalt der alten Mainbrücke!

Mit unserer Initiative wollen wir das Wahrzeichen der Stadt, die alte Brücke, in ihrer Schönheit erhalten. Wir wollen den Stadtrat mit der Bürgermeisterin und die Denkmalbehörde gemeinsam unterstützen. Parteipolitische Scharmützel sind hier völlig fehl am Platze. Sie gefährden unser gemeinsames Ziel: den unversehrten Erhalt unserer Brücke!
Nur gemeinsam sind wir stark!
Fakt ist, das Staatliche Bauamt hat in Marktheidenfeld zweimal Pläne für die Sanierung der Brücke vorgestellt:

  • im September 2012 mit völliger Erhaltung der Brücke
  • im Dezember 2013 mit dem Abriss des mittleren Brückenpfeilers

Wir fordern, die öffentlich im September 2012 vorgestellte Planung durchzuführen mit vollständigem Erhalt der denkmalgeschützten alten Mainbrücke!

17. Dezember 2013

Constanze Kippenberg
Kreisheimatpflegerin
Lucia Freitag