Liebe Freunde der Alten Mainbrücke Marktheidenfeld!

 

Seit wenigen Tagen gibt es neue Informationen. Wir haben versprochen, auf dieser Homepage darüber zu informieren:

Am 14. April 2016 wurden die bisher ermittelten Ergebnisse zur Sanierung der Alten Mainbrücke im Stadtrat vorgestellt. Vortrag und Darstellung der Fachleute machten deutlich, dass es sehr umfangreiche und an Genauigkeit wohl kaum zu übertreffende, langwierige Untersuchungen gegeben hat. Um ein Ergebnis vorwegzunehmen: Nach Auswertung aller Daten und der Simulationen ist völlig klar, dass auch „Manschetten“ zur Sicherung gegen Anprall von Schiffen an die Pfeiler nicht realisiert werden können. Sie würden nämlich auch zu einer starken Zunahme der Strömung führen und die Gefahr eines Anpralls noch verstärken. Alle Erläuterungen waren sachlich und nachvollziehbar.

 

Damit jedoch sind die Untersuchungsreihen noch nicht abgeschlossen. Weitere Ergebnisse sollen im Herbst 2016 mitgeteilt werden.

 

Klar erkennbar aber war: Bisher sehen die Verantwortlichen für „Leichtigkeit und Sicherheit der Schifffahrt“ (eigene Aussage)nur die Möglichkeit, einen Brückenpfeiler abzureißen.

Ebenfalls vertreten in dieser Sitzung war das Staatliche Bauamt, das auch die Denkmalschutzbehörde vertritt. Diese Behörde vertritt deutlich den Erhalt des Brückenpfeilers. Bei einem Verstümmeln des Bauwerks könne man den Denkmalschutz gleich ganz abschaffen.

 

Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder und alle Fraktionen des Stadtrats sehen das genauso.

 

Vortrag, Fragen, Forderungen:

 

Vortrag:

In nahezu allen Äußerungen der Vertreter der Wasserbau-Behörden wurde betont, dass die „Leichtigkeit und Sicherheit“ der Schifffahrt sich vor allem auf die Personenschifffahrt bezieht.

 

Wir halten entgegen:

Wie lange wird die Mode der Flusskreuzfahrten anhalten? Müssen die Flusskreuzfahrtschiffe immer größer werden? Können sie nicht auch einmal kleiner werden? Was möchten Menschen erleben, die Flusskreuzfahrten unternehmen? Bewundern sie nicht schöne Landschaften und sehenswerte Orte? Passt dazu das Verschandeln von Baudenkmalen? Jeder, der bereits Flusskreuzfahrten unternommen hat, weiß, dass in aller Regel die Größe der Schiffe dem Fluss und den Brücken angepasst wird – in Deutschland soll das seltsamerweise genau umgekehrt sein. Der Steuerzahler bezahlt es.

 

Vortrag:

Es gäbe am Main nur noch wenige Brücken, die der idealen Durchfahrt entgegenstünden, darunter – in der Mitte des Mains – in Marktheidenfeld (und auch in Lohr). Wegen der „Nachhaltigkeit“ (dieser Begriff wurde tatsächlich verwendet) solle man sich doch hier der Ideallösung für die Leichtigkeit des Schiffsverkehrs nicht entgegenstellen.

 

Wir halten entgegen:

Vor 25 Jahren hat die Stadt Marktheidenfeld – wie andere auch – unter dem Druck des Arguments „Wir wollen mehr Fracht auf die Wasserstraße bringen“ der Vertiefung des Maines unter entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen zugestimmt, obwohl dies mit hohen Risiken für unser Trinkwasser verbunden war. Folge dieses Ausbaus mit allen Ausgleichsmaßnahmen war eine schnellere Fließgeschwindigkeit und damit verbunden die Verstärkung der ungünstigen Strömung. Dafür tragen die damaligen Planer der Maßnahme die Verantwortung.

Zudem ist das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung eingetreten: Die Frachtgutaufkommen  auf dem Main wird immer weniger. Das ist belegt und erst vor wenigen Wochen für 2015 mit erneutem Rückgang bestätigt worden.

 

Vortrag:

In den letzten 50 Jahren habe es im Durchschnitt einen „Anprall“ pro Jahr an die Mainbrücke Marktheidenfeld gegeben. In den letzten Jahren mehrten sich die Unfälle.

 

Wir halten entgegen:

Auf Nachfrage aus dem Stadtrat wurde erklärt, dass es bei den Wasser- und Schifffahrtsbehörden keinerlei Statistik über die Ursache dieser Unfälle gäbe.

Das bedeutet:  In welchen Fällen die Schwierigkeit der Durchfahrt überhaupt die Ursache eines Anpralls war, ist unbekannt. Tatsache ist jedoch, dass im Jahr 2016 in Lohr – wo ebenfalls die alte Mainbrücke gefährdet ist – ein betrunkener Schiffsführer ein Schiff „an Land“ gesetzt hat. Unfälle dieser Art sind mit dem Abriss von Brückenpfeilern auch nicht zu verhindern.

 

Dazu:

Vor wenigen Wochen wurden im Landratsamt Main-Spessart die Jahrgangsbesten der Berufs-Abschlussprüfungen geehrt, darunter auch ein junger Schiffsführer. Vom Landrat befragt, wie er die Brücken-Durchfahrt bei Marktheidenfeld sieht, war die Antwort:

„Wer’s kann, kommt durch.“

Dem schließen wir uns an. – Noch breiter, noch höher, noch länger ist für Schiffe auf dem Main nicht möglich. Alle anderen kommen durch. Sie haben die nötige Technik an Bord und sie „können es“.

 

Wir fragen:

  • Wo und wie und mit welchen Ursachen sind die Unfälle an der Mainbrücke Marktheidenfeld dokumentiert? Wenn dafür Versicherungen in Anspruch genommen werden, muss das Schadensereignis auch dokumentiert sein.
  • Wie viele der Anprall-Unfälle sind auf menschliches Versagen oder Unvermögen zurückzuführen?
  • Wie viele Ausfalltage gab es für die Schifffahrt in den letzten 5 Jahren durch Niedrigwasser bzw. durch Hochwasser?
  • Wie hat sich das Verhältnis zwischen Fracht- und Personenschifffahrt auf dem Main in dieser Zeit verändert?
  • Woher kommen die Passagierschiffe, wo sind sie zugelassen? Woher kommen die Schiffsführer? Wer prüft die Befähigung der Schiffsführer für das Fahren auf dem Main?
  • Warum wird nicht – wie z.B. auch auf dem Rhein – an den wenigen schwierigen Passagen auf dem Main von den wenigen Schiffe, um die es geht, ein Lotse an Bord geholt?

Die endgültige Entscheidung zwischen unversehrtem Erhalt der Mainbrücke Marktheidenfeld und ihrer Verstümmelung durch Herausbrechen des Mittelpfeilers wird der Bundesverkehrsminister treffen.

Wir fordern den Bundesverkehrsminister auf, sich umfassend zu informieren, nicht nur bei den Behörden – auch vor Ort!

 

Wir fordern, dass sich die Bundesrepublik Deutschland als Eigentümerin der Brücke an die Denkmalschutzgesetze hält, wie es von jedem privaten Eigentümer erwartet wird. 

 

Wenn wir behaupten würden, König Ludwig I. von Bayern habe uns einen Brief geschrieben, in dem er Stellung nimmt zur Diskussion über die Marktheidenfelder Mainbrücke, würde uns niemand glauben. Deswegen behaupten wir das auch nicht. Aber wenn König Ludwig uns einen Brief schreiben könnte, dann vielleicht mit diesem Inhalt: 

ludwig1-final

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *